Rasen vertikutieren und anschließend wieder frisch machen
Als GaLaBau-Profi sind Sie Fachmann für die Pflege von Grünanlagen und sorgen dafür, dass Rasen und Grünflächen Ihrer Kunden immer gesund und lebendig wirken.
In diesem grundlegenden Ratgeber erfahren Sie, warum die Aerifizierung des Rasens so wichtig ist, wann Sie aerifizieren sollten, welche Arten der Aerifizierung es gibt und Sie erhalten praktische Tipps für optimale Ergebnisse.
Wer sein Geld im GaLaBau verdient, der weiß auch, dass ein widerstandsfähiger, gesunder Rasen an der Wurzel beginnt. Während Mähen, Bewässern und Düngen für das Wachstum eine entscheidende Rolle spielen, ist die Entwicklung eines gesunden Wurzelwerks vor allem vom Zustand des Bodens selbst abhängig.
Unter jedem Rasen müssen sich die Wurzeln einer Vielzahl von Herausforderungen stellen: Wiesenschnakenlarven fressen die Wurzeln unter der Erdoberfläche an und Vögel zerpicken den Rasen auf der Suche nach Würmern und Larven. Dazu kommen die üblichen Belastungen durch Menschen, die über den Rasen laufen, Gartenmaschinen und wechselnde Witterungsbedingungen. Da liegt es auf der Hand, dass auch ein perfekt gepflegter Rasen mit der Zeit hohen Belastungen ausgesetzt ist. Zu den schwerwiegendsten Folgen gehört die Bodenverdichtung, welche die Bewegung von Wasser, Luft und Nährstoffen im Bereich der Wurzeln hemmt.
Wie können wir diesen Herausforderungen begegnen und die Gesundheit des Rasens insgesamt fördern? Wenn Sie neu in der Branche sind oder sich einfach nur für Rasenpflege interessieren und Ihr Wissen erweitern wollen, dann finden Sie in diesem Ratgeber alles, was Sie über das Aerifizieren des Rasens wissen müssen.
Die Aerifizierung ist eine der wirkungsvollsten Methoden zur Verringerung der Bodenverdichtung. Sie verbessert die Versorgung der Wurzeln mit Nährstoffen und fördert ein gesünderes Wachstum des Rasens.
Einfach gesagt werden beim Aerifizieren Löcher in die Bodenoberfläche und die Rasenfilzschicht gestochen bzw. Bodenkerne ausgestochen, um die Luftzirkulation und die Nährstoffaufnahme im Wurzelbereich zu verbessern.
Durch die Öffnung der Bodenstruktur lockert der Aerifizierungsprozess das verdichtete Erdreich auf und ermöglicht tiefer reichende und stärkere Wurzeln, sodass der Rasen am Ende gesünder und widerstandsfähiger ist.

Bodenverdichtung ist ein an sich natürlicher, schleichender Prozess, der jedoch aufgrund zusätzlicher Belastung des Bodens durch Personen (z. B. Familienmitglieder, Haustiere und Gäste) sowie Gartenmaschinen beschleunigt wird.
Vor allem schwere Lehmböden sind anfällig für Bodenverdichtung, auch durch langanhaltende Regenfälle kann sich das Erdreich weiter verdichten.
Wenn Sie einmal wissen, worauf Sie achten müssen, erkennen Sie Bodenverdichtung problemlos.
Regenwasser, das nicht versickert, sondern auf dem Rasen Pfützen bildet, ist ein zuverlässiges Anzeichen dafür, dass das Erdreich das Wasser nicht mehr ohne Weiteres aufnehmen kann. Ein weiteres Symptom ist ein spürbar harter Boden, in den nach längerer Trockenheit ein Spaten oder eine Gabel nur schwer eindringen können.
Andere verbreitete Warnzeichen sind dünner werdendes Gras, verstärkte Moosbildung, geringe Trockenheitstoleranz und kahle Stellen in stark begangenen Bereichen.
In der Rasenpflege gehört das Aerifizieren zu den Grundlagen – die Vorteile sind langfristig und reichen von einem attraktiveren Erscheinungsbild bis hin zu einem generell gesünderen Rasen.
Die Aerifizierung ermöglicht durch Auflockerung des Erdreichs einen freieren Eintrag von Luft, Wasser und Nährstoffen in den Boden, die auf diese Weise besser an die Wurzeln gelangen können. Die Wurzeln reichen tiefer in das Erdreich und sind widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit und Belastungen.
Das Aerifizieren bricht die Filzschicht über dem Erdreich auf. Auf diese Weise kann das Regenwasser besser in den Boden eindringen und bildet keine Pfützen an der Oberfläche.

Je nach Bodenbeschaffenheit gibt es vor allem zwei Arten der Aerifizierung.
Bei der Hohlzinkenaerifizierung (Hohlspoon) werden kleine Bodenpropfen ausgestochen. Es werden also nicht nur Löcher in den Boden gebohrt, sondern es wird tatsächlich Material entfernt. Auf diese Weise werden stark verdichtete Böden entlastet und Kanäle geschaffen, über die Nährstoffe an die Wurzeln gelangen können.
Diese Art der Aerifizierung kann die Rasenoberfläche jedoch stark belasten, sodass der Rasen mehr Zeit zur Erholung benötigt als beim Aerifizieren mit massiven Zinken. Daher sollte diese Methode auch nur dann eingesetzt werden, wenn das Gras aktiv wächst (zum Beispiel im zeitigen Frühjahr und im Frühherbst), und nicht öfter als zweimal im Jahr.
Beim Aerifizieren mit massiven Zinken (Vollspoon) entstehen kleine Löcher, ohne dass Erdreich entfernt wird.
Auf diese Weise wird zwar die Nährstoffversorgung der Wurzeln verbessert, aber die langfristige Wirkung ist geringer als bei der Verwendung von Hohlzinken, wenn die Bodenverdichtung und Filzbildung bereits weit fortgeschritten ist.
Der eindeutige Vorteil dieser Methode liegt darin, dass sie schonender ist und sich der Rasen schnell wieder erholt. Daher kann sie häufiger angewandt werden als die Aerifizierung mit Hohlzinken und eignet sich sehr gut für stark beanspruchte Rasenflächen. Sie lässt sich daher gut im Zuge der Routinepflege und bei nur leicht verdichtetem Rasen anwenden.
Auch wenn diese Arbeiten häufig zusammen durchgeführt werden, dienen sie unterschiedlichen Zwecken.
Zwar kann das Aerifizieren auch dabei helfen, den auf dem Boden angesammelten Rasenfilz zu beseitigen, aber der Hauptzweck ist es, die Bodenstruktur unterhalb der Oberfläche zu verbessern, die Bodenverdichtung zu verringern, sodass Sauerstoff, Wasser und Nährstoffe leichter zu den Wurzeln gelangen.
Beim Vertikutieren dagegen wird die Grasnarbe geharkt bzw. eingeschnitten, um überschüssigen Rasenfilz, Moos, abgestorbenes Gras und anderes organisches Material zu entfernen. Dieser Prozess findet vor allem an der Oberfläche statt, ist aber trotzdem für die Rasenpflege unverzichtbar. Für die meisten Gärtner und Landschaftspfleger gehören beide Maßnahmen zur jährlichen Pflegeroutine.
In unserem ausführlichen Ratgeber zum Vertikutieren finden Sie zahlreiche praktische Ratschläge zu Zeitpunkt und Vorgehensweise.

Die perfekte Zeit zum Aerifizieren des Rasens hängt davon ab, welche Grassorte vorhanden ist und wann das Gras aktiv wächst.
Grassorten für kühleres Klima, wie sie in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas verbreitet sind, werden am besten im Frühjahr (März bis Mai) und im frühen Herbst (September bis Oktober) aerifiziert, wenn sich der Rasen schnell erholen kann.
In den wärmeren Gebieten Südeuropas, wo eher wärmeliebende Sorten wie Bermuda und Zoysia verbreitet sind, wird üblicherweise vom späten Frühjahr bis zum Frühsommer aerifiziert, wenn das Gras ein kräftiges Wachstum zeigt. Unabhängig von der Grassorte sollte der Rasen in den Ruhephasen, wenn der Rasen gefroren ist bzw. unter Staunässe oder Trockenheit leidet, nicht aerifiziert werden.
Zuerst sollten Sie den Rasen auf eine geeignete Schnitthöhe mähen (ca. 38–50 mm bzw. die für Ihre Grassorte niedrigste Schnitthöhe) und Laub, Zweige und dergleichen entfernen. Tipp vom Fachmann: Bei extrem trockenem Boden kann leichtes Bewässern am Vortag das Aerifizieren erleichtern, ohne den Boden zu durchnässen.
Bearbeiten Sie den Rasen anschließend systematisch, um eine gleichmäßige Behandlung der gesamten Fläche sicherzustellen, und achten Sie vor allem auf die am stärksten beanspruchten Bereiche. Bei Verwendung eines Hohlzinkenaerifizierers, wenn eine schnelle Erholung des Rasens nicht zwingend erforderlich ist, können Sie die ausgestochenen Bodenpfropfen problemlos liegenlassen, bis sie von selbst zerfallen – auf diese Weise geben sie die in ihnen vorhandenen wertvollen Nährstoffe wieder an den Boden zurück. Sie sollten nur bedenken, dass es einige Wochen dauern kann, bis sie vollständig zersetzt sind.
Nach dem Aerifizieren können Sie nachsäen und Dünger oder eine Oberbodenmischung ausbringen, um eine gleichmäßigere Bodenstruktur, gesündere Wurzeln und ein besseres Rasenwachstum zu fördern.
Zum Aerifizieren gibt es kein Universalrezept. Welche Ausrüstung Sie benötigen, richtet sich nach der Größe der zu aerifizierenden Fläche und dem Grad der Bodenverdichtung.
Hand-Aerifizierer – für besonders kleine Flächen auch eine Gartengabel – sind eine praktische Lösung für kleine Rasenflächen oder isolierte verdichtete Bereiche. Generell eignen sich Vollspoon-Aerifizierer hervorragend für die normale Rasenpflege, wenn der Boden nur leicht verdichtet ist. Hohlspoon-Aerifizierer dagegen liefern die besten Ergebnisse bei stark verdichtetem Erdreich.
Auf kommerziell genutzten Rasenflächen, Sportanlagen und ausgedehnten Grundstücken ermöglichen motorisierte Aerifizierer effizientes Arbeiten und gleichmäßige Ergebnisse auch auf großen Flächen. Wer sich nicht eigens einen Aerifizierer kaufen will, findet vielleicht in einem Aerifizierer-Anbaugerät für den Garten- oder Rasentraktor eine hervorragende Alternative. Austauschbare massive und hohle Zinken ermöglichen dabei unterschiedliche Arten der Aerifizierung.
Die Grundlage für den perfekten Rasen ist einerseits die richtige Aerifizierung, aber auch das passende Arbeitsgerät.
Für eine gute Rasenpflege braucht es mehr als Fachwissen und bewährte Arbeitsmethoden. Für GaLaBauer und Rasenfreunde, die das ganze Jahr über hohe Ansprüche an ihren Rasen haben, sind zuverlässige und leistungsfähige Arbeitsmittel das A und O.
Ganz gleich, ob Sie professionell Parks und gewerbliche Grünflächen pflegen oder als Privatperson den perfekten Rasen anstreben: Maschinen Powered by Kawasaki bieten die Leistung, die Sie für einen sauberen Schnitt und ein attraktives Erscheinungsbild benötigen.
Weitere praktische Tipps zur Rasenpflege und zur Motorwartung finden Sie in unseren neuesten Blogbeiträgen. Hier erfahren Sie alles, was Sie für den perfekten Rasen wissen müssen.
Das richtet sich nach der Größe der Rasenfläche und dem Grad der Bodenverdichtung. Für kleine Gärten mit nur leicht verdichtetem Boden können schon eine Gartengabel oder ein manueller Zinken-Aerifizierer ausreichen. Profis oder Privatpersonen, die größere Flächen pflegen oder es mit stark verdichteten Böden zu tun haben, benötigen meist motorisierte Aerifizierer oder ein Anbaugerät für den Aufsitzmäher.
Das lässt sich pauschal nicht sagen, beide dienen unterschiedlichen Zwecken. Hohlzinken-Aerifizierer entfernen kleine Erdpfropfen und sind damit sehr wirkungsvoll beim Auflockern stark verdichteter Böden. Vollzinken-Aerifizierer stechen Löcher in den Boden, entfernen aber kein Erdreich, sodass sie gut für die normale Rasenpflege und nur leicht verdichtete Böden geeignet sind.
Ohne Aerifizierung können Wasser, Luft und Nährstoffe den verdichteten Boden nicht durchdringen und erreichen die Wurzeln nicht. Dies führt zu schwächerem Rasenwachstum, schlechterer Entwässerung, verstärkter Moosbildung und geringerer Trockenheitstoleranz. Regelmäßiges Aerifizieren trägt zu einem gesunden Boden bei und fördert die Ausbildung eines stärkeren, robusteren Rasens.
Bei richtiger Ausführung zur passenden Jahreszeit hat das Aerifizieren nur wenige Nachteile – Hohlzinken hinterlassen beispielsweise kleine Bodenpfropfen auf dem Rasen und erfordern für den Rasen eine gewisse Zeit zur Erholung. Das Aerifizieren bei Dürre, Staunässe oder Ruhezeit der Pflanzen kann den Rasen unnötig belasten.
Die meisten Rasenflächen profitieren von einer jährlichen Aerifizierung; stark beanspruchte Flächen, Sportplätze und Lehmböden können von einer häufigeren Behandlung profitieren. Der ideale Zeitplan richtet sich nach Faktoren wie Bodentyp, Art und Häufigkeit der Nutzung und dem Gesamtzustand des Rasens.
Nach der Hohlzinken-Aerifizierung ist es generell am besten, die Erdpfropfen auf dem Rasen liegen zu lassen. Sie zersetzen sich mit der Zeit auf natürlichem Wege, sodass organisches Material zurück in den Boden gelangt und zur Verbesserung der Bodenstruktur beiträgt. In einigen Situationen kann es jedoch besser sein, diese Pfropfen zu entfernen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Sie das Bodenprofil durch eine Topdressing-Mischung verbessern wollen. In diesem Fall kann das neue Material die Löcher besser füllen, wenn die Pfropfen vorher entfernt wurden. Gleichermaßen hilft vor einer Nachsaat das Entfernen der Erdpfropfen bei der Schaffung einer sauberen Oberfläche und der Verbesserung des Bodenkontakts der Saat.
Ja. Durch die Aerifizierung entsteht ein hervorragender Saat-Boden-Kontakt, sodass dies einer der besten Zeitpunkte für die Nachsaat ist. Die Kombination beider Maßnahmen kann eine schnellere Keimung, eine kräftigere Wurzelentwicklung und eine dichtere, gesündere Grasnarbe fördern.
Vertikutieren und Aerifizieren sind unterschiedliche Arbeiten am Rasen, daher ist eine nicht unbedingt besser als die andere. Beim Vertikutieren werden überschüssiger Rasenfilz und Moos von der Oberfläche entfernt, Aerifizieren hingegen wirkt der Bodenverdichtung entgegen und verbessert die Bewegung von Luft, Wasser und Nährstoffen zu den Wurzeln. In vielen Rasenpflegeplänen sind beide Arbeiten fester Bestandteil der Jahresplanung.
Als GaLaBau-Profi sind Sie Fachmann für die Pflege von Grünanlagen und sorgen dafür, dass Rasen und Grünflächen Ihrer Kunden immer gesund und lebendig wirken.
Ein wunderschöner makelloser Rasen gehört zu den kleinen Dingen des Lebens, an denen wir uns gern erfreuen. Wer nicht gerade im Bereich Grundstückspflege arbeitet, hat aber für gewöhnlich kaum eine Vorstellung davon, wieviel Arbeit es erfordert, ein solch perfektes Ergebnis zu erreichen.
Dieser Artikel trägt das professionelle Gütesiegel von Paul Griffin, Inhaber von Paul's Garden Services and Handyman in West Yorkshire, Großbritannien.
In der Garten- und Landschaftspflege lassen sich die besten Ergebnisse häufig durch das richtige Maß an Eingriff in die natürlichen Abläufe erzielen. Wer hier ein gutes Händchen beweist, beschert seinen Kunden das ganze Jahr über optimal gepflegte Grünflächen.