20 Mai

Originalteile-Ratgeber: Die Zündkerze

Motoren und Service
Originalteile-Ratgeber: Die Zündkerze

In diesem Ratgeber geht der Technik- und Kundendienstfachmann Dave Dunwoody von Kawasaki Engines der Frage nach, warum die Motorleistung maßgeblich von der Zündkerze abhängt, gibt Hinweise zur Wartung und erklärt, was uns die Zündkerze über den Zustand des Motors erzählen kann.

Von Dave Dunwoody, Technik- und Kundendienstfachmann bei Kawasaki Engines

 

Die Zündkerze ist zwar nur ein kleines Bauteil, spielt aber eine entscheidende Rolle. Sie sitzt im Herzen des Verbrennungsprozesses und sorgt für die Entzündung des Kraftstoff-Luft-Gemischs, das Ihren Motor antreibt.

Wenn die Zündkerze nicht einwandfrei funktioniert, lässt die Motorleistung schnell nach. Wenn es besonders schlimm kommt, kann der Motor durch Fehl- oder Frühzündungen schwere Schäden davontragen, bis hin zu verbrannten Ventilen und Löchern im Kolben. 

Deshalb sind Zündkerzen für Profis im GaLaBau ein zentrales Wartungsteil – und die Wahl der richtigen Original-Zündkerze ist entscheidend.

Was macht die Zündkerze eigentlich?

Die Zündkerze dient vor allem dazu, das Kraftstoff-Luft-Gemisch im Brennraum zu entzünden, und zwar unter allen Bedingungen. Damit das immer klappt, muss sie zuverlässig einen Zündfunken liefern. Gleichzeitig muss sie innerhalb eines genau definierten Temperaturbereichs arbeiten und hohen Temperaturen und Drücken zuverlässig standhalten.

Wenn die Zündkerze einwandfrei funktioniert, läuft die Verbrennung effizient ab, der Motor kann zuverlässig seine Leistung bringen und ist dennoch sparsam im Verbrauch.

Was passiert, wenn die Zündkerze nicht einwandfrei funktioniert?

Die Folgen von Verschleiß oder Versagen der Zündkerze sind unterschiedlich, je nachdem, wie schwerwiegend das Problem ist.

Ein verbreitetes Problem sind Fehlzündungen. Diese treten auf, wenn der Zündfunke nicht richtig überspringt. Mögliche Ursachen dafür sind ein falsch eingestellter Elektrodenabstand, Verschleiß der Elektroden oder physische Schäden wie Risse im Isolator. In der Praxis führt das häufig zu Leistungseinbußen, schwächerer Beschleunigung und einem unrunden Lauf des Motors.

Schwerer wiegen die Folgen, wenn es zu einer Frühzündung des Kraftstoff-Luft-Gemischs kommt. Hierbei steigen Temperatur und Druck im Zylinder übermäßig an, sodass in extremen Fällen schwere Schäden an Kolben und Ventilen entstehen können.

Wie oft sollte die Zündkerze überprüft werden?

Die Wartungsintervalle sind bei jedem Motor unterschiedlich, daher sollten Sie zunächst in der Betriebsanleitung nachschlagen.

Als allgemeine Richtwert für die Kontrolle der Zündkerze und die Einstellung des Elektrodenabstands gilt ein Intervall von ca. 50 Betriebsstunden bei Zweitaktern und 100 Stunden bei Viertakt-Motoren. Bei härteren Einsatzbedingungen wie hohen Temperaturen oder längerem Dauereinsatz wird empfohlen, die Abstände zwischen diesen Wartungsarbeiten entsprechend zu verkürzen, um jederzeit die optimale Motorleistung gewährleisten zu können.

Was uns die Zündkerze über den Motor erzählt

Eine effektive Wartung beginnt mit dem Einsatz des richtigen Werkzeugs. Für den Ausbau einer Zündkerze zur Inspektion empfiehlt sich eine lange Sechskant-Stecknuss mit passender Ratsche. Bei Zweitaktern in der Regel eine 19-mm-, bei Viertaktern eine 21-mm-Stecknuss. Einmal ausgebaut, hält die Kerze interessante Informationen zum Zustand des Motors bereit.

Verschleißanzeichen, Ablagerungen und physische Schäden lassen sich durch eine einfache Sichtprüfung erkennen und geben Aufschluss darüber, wie effektiv der Verbrennungsprozess abläuft. Wer eine Zündkerze zu „lesen" versteht, kann viel über den Lauf des Motors erfahren und schweren Schäden rechtzeitig vorbeugen.

Braun oder hellgrau verfärbte Elektroden deuten darauf hin, dass die Verbrennung einwandfrei abläuft und die Zündkerze im optimalen Temperaturbereich arbeitet.

Wenn sich Ablagerungen ansammeln, dann ändert sich das Erscheinungsbild: Eine verrußte Kerze deutet häufig darauf hin, dass das Gemisch zu fett ist. Andere Ursachen können ein verstopfter Luftfilter oder eine Zündkerze mit einem für den Einsatz zu niedrigen Wärmewert sein. Dunkle, ölige oder kraftstoffnasse Zündkerzen deuten dagegen darauf hin, dass Öl durch verschlissene Kolbenringe oder Ventile in den Brennraum gelangt. Auch ein sehr fettes Gemisch bzw. ein abgesoffener Motor kann zu einem solchen Fehlerbild führen.

Bei einer überhitzten Zündkerze können die Ablagerungen auf dem Isolator schmelzen und erscheinen dann glasig oder glänzend. Dies ist häufig ein Anzeichen dafür, dass die Kerze außerhalb ihres vorgesehenen Temperaturbereichs arbeitet. Wird dies nicht behoben, kann es zu weiteren Schäden am Motor führen.

Ein weiteres Warnzeichen sind physische Schäden. Schnelle Temperaturwechsel können zu Rissen und Bruchstellen führen oder einfach den Verschleiß erhöhen. Auch Korrosion oder Oxidation können das Elektrodenmaterial angreifen. Fortgeschrittene Oxidation des Materials zeigt sich in einer besonders rauen oder gar grünlich verfärbten Elektrode.

In besonders schweren Fällen kann die Kerze durch Oxidation oder andere korrosive chemische Reaktionen im Brennraum so stark angegriffen werden, dass sich der Elektrodenabstand allmählich vergrößert und zu Zündfehlern führt.

Zündkerzen mit angeschmolzenen Elektroden zeigen eine unebene, glänzende Oberfläche und sind ein starkes Anzeichen für Überhitzung. Wenn nichts unternommen wird, kann daraus ein gravierender Motorschaden entstehen. Wenn Sie unsicher sind, können Sie eine neue Zündkerze zum Vergleich heranziehen und kommen der Sache dann schnell auf den Grund.

Bilder: Niterra

Häufige Fehler bei der Wartung von Zündkerzen

Selbst dem erfahrenen Profi kann zuweilen ein Fehler bei der Wartung unterlaufen. Unterlassener Austausch der Zündkerze, wenn er eigentlich fällig gewesen wäre, fehlerhaft eingestellter Elektrodenabstand, beim Einbau zu fest angezogene Kerzen oder einfach die Verwendung einer für den Motor ungeeigneten Zündkerze können Leistung und Zuverlässigkeit des Motors beeinträchtigen.

Dass sich die Lebensdauer einer Zündkerze ihrem Ende nähert, kündigt sich häufig durch verschiedene Anzeichen an. Dazu gehören Startprobleme, Fehlzündungen, Leistungsverlust oder verzögerte Gasannahme des Motors: Wer bei diesen Symptomen rechtzeitig handelt, kann schwerere Probleme vermeiden.

Original-Zündkerzen oder Aftermarket-Alternativen – wo liegt der Unterschied?

Die Motoren von Kawasaki wurden für bestimmte Zündkerzen konstruiert und geprüft, die sorgfältig mit Blick auf Konstruktion, Kraftstoff-Luft-Gemisch, Betriebstemperatur und Leistungsanforderung des Motors ausgewählt wurden.

Die Alternativen von Fremdanbietern, auch wenn sie von namhaften Herstellern stammen, sind nicht in die Entwicklung des Motors eingeflossen. Es handelt sich hier überwiegend um Massenprodukte, die einen möglichst großen Einsatzbereich abdecken sollen. Häufig weichen Parameter wie Wärmewert, Materialzusammensetzung und Leistungsdaten von den Kennzahlen der Originalprodukte ab, sodass die Motorleistung im Lauf der Zeit beeinträchtigt werden kann.

Warum ist die Zündkerze vom Originalhersteller besser?

Wer eine von Kawasaki zugelassene Zündkerze verwendet, der kann sich darauf verlassen, dass dieses Bauteil optimal auf den Motor abgestimmt ist. Dies gewährleistet zuverlässige Zündung, effiziente Verbrennung und einwandfreie Leistung bei den verschiedensten Einsatzbedingungen.

Eine ungeeignete oder minderwertige Zündkerze kann hingegen zu Problemen wie Fehlzündungen, Leistungseinbußen oder Überhitzung führen. In schwereren Fällen drohen gravierende Motorschäden.

Originalteile sind darüber hinaus meist langlebiger und erhalten ihr Leistungsvermögen auch über eine lange Einsatzdauer aufrecht. Minderwertige Alternativen hingegen müssen häufiger gewechselt werden und sind damit auf lange Sicht auch wirtschaftlich die schlechtere Wahl.

Ein ausführlicher Vergleich von Original- und Fremdteilen findet sich in diesem Blogbeitrag, der verschiedene Punkte vom Leistungsvermögen über die Haltbarkeit bis hin zum Gesamtwert beleuchtet.

Leistung unter realen Bedingungen

Einwandfreie Zündkerzen sind unerlässlich für einen zuverlässigen Motorstart in anspruchsvoller Umgebung. Mit Originalzündkerzen steigt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Motor auch in besonders kalter, warmer oder feuchter Witterung zuverlässig anspringt, solange diese Zündkerzen innerhalb der Temperaturbereiche verwendet werden, für die sie geprüft sind.

Schwierige Arbeitsbedingungen wie Staub und Schmutz oder häufiger Dauereinsatz können sich natürlich auf das Leistungsvermögen des Motors auswirken. Daher ist regelmäßige Wartung das A und O. Vor allem der Luftfilter sollte hier sorgfältig unter die Lupe genommen werden. Der Schutz des Brennraums gegen eindringende Fremdkörper ist der beste Schutz für die Zündkerze und den gesamten Motor.

Hinweise des Herstellers befolgen

Zwar sind allgemeine Empfehlungen sehr hilfreich, aber der Hersteller hält auch spezielle Wartungshinweise bereit, die eigens auf Ihren Motor abgestimmt sind. Durch regelmäßige Inspektion und rechtzeitigen Austausch der Zündkerzen sorgen Sie für ein zuverlässiges Startverhalten und reibungslosen Lauf Ihres Motors und verringern die Wahrscheinlichkeit für unvermittelt auftretende Motorschäden.

Immer auf das Unerwartete vorbereitet sein

Im GaLaBau hängt viel davon ab, dass die Geräte zuverlässig funktionieren. Ein unerwarteter Motorschaden mitten in einem Auftrag führt zu Zeitverlusten, Terminproblemen und Schwierigkeiten bei den danach geplanten Arbeiten.

Ein kleiner Vorrat an Zündkerzen sowie anderen wichtigen Ersatz- und Verschleißteilen kann Ausfallzeiten deutlich verkürzen. Mit grundlegenden Diagnosewerkzeugen wie Zündfunkentestern können Probleme vor Ort schneller erkannt werden: Auch hochwertige Komponenten verschleißen mit der Zeit, daher ist die Vorbereitung der Schlüssel zu einer gleichbleibend hohen Produktivität.

In unseren Blogbeiträgen finden Sie weitere praktische Tipps für die Wartung, erfahren mehr über die Vorteile unserer Original-Luftfilter und lesen, was unsere Ölfilter so besonders macht

Sie brauchen Zugriff auf unsere Original-Ersatzteile? Über unsere Händlersuche finden Sie einen Vertragshändler von Kawasaki Engines in Ihrer Nähe und können jederzeit das optimale Leistungsvermögen Ihres Motors ausnutzen.

Originalteile-Ratgeber: Die Zündkerze

Wichtiges zur Wartung von Rasenmähermotoren
8 Juli 2024

Wichtiges zur Wartung von Rasenmähermotoren

Der unternehmerische Erfolg eines GaLaBauers steht und fällt mit der Effizienz und Zuverlässigkeit seiner Gerätschaften. Wie man so schön sagt, ist der Arbeiter nur so gut wie sein Werkzeug.

Erfahren Sie mehr
Wartungsanleitung für Viertaktmotoren
11 Apr. 2023

Wartungsanleitung für Viertaktmotoren

Wenn ein Motor auf lange Sicht seine Leistung bringen soll, muss er gut gewartet werden. Damit verlängert sich auch seine Lebensdauer.

Erfahren Sie mehr
Kawasaki Engines: Warum unsere Motoren für ihre Zuverlässigkeit bekannt sind
1 Dez. 2025

Kawasaki Engines: Warum unsere Motoren für ihre Zuverlässigkeit bekannt sind

Wir wissen, wie viel für unsere Community in der Landschaftspflege von der Ausrüstung abhängt. 

Erfahren Sie mehr
Warum ein Motor von Kawasaki?
7 Nov. 2025

Warum ein Motor von Kawasaki?

Sie suchen nach Maschinen, mit denen Ihr Betrieb fit ist für den nächsten Schritt? Ob höhere Produktivität oder bessere Schnittleistung – mit der richtigen Ausrüstung verschaffen Sie sich einen spürbaren Wettbewerbsvorteil.

Erfahren Sie mehr