1 Sept.

Zweitakt- oder Viertaktmotor – Was ist der Unterschied?

Motoren und Service
Zweitakt- oder Viertaktmotor – Was ist der Unterschied?

In diesem Artikel geht es um den Unterschied zwischen Zwei- und Viertaktmotoren und darum, welcher Motortyp besser für den GaLaBau geeignet ist.

Haben Sie sich jemals gefragt, was der Unterschied zwischen Zwei- und Viertaktmotoren ist? Wenn Sie neu im professionellen GaLaBau sind, begegnen Ihnen diese beiden Begriffe häufig im Zusammenhang mit Gartengeräten.

Als Experten für Motoren und Hersteller beider Typen können wir Ihnen alles erklären, was Sie wissen müssen: von der Funktionsweise und den Vorteilen beider Motortypen bis hin zu den Bereichen im GaLaBau, für die sie am besten geeignet sind.

Was ist der Unterschied zwischen Zwei- und Viertaktmotoren?

Die Antwort mag zunächst komplex erscheinen, aber im Grunde genommen kommt die Bezeichnung von der Anzahl der Takte (die Bewegung des Kolbens im Zylinder), die für einen vollständigen Verbrennungszyklus – das sogenannte Arbeitsspiel – benötigt werden.

Bei einem Zweitakter sind für ein Arbeitsspiel lediglich zwei Takte erforderlich, bei einem Viertakter ist das Arbeitsspiel nach vier Takten abgeschlossen. Bei einem Zweitakter entspricht das einer Kurbelwellenumdrehung, bei einem Viertakter zwei Umdrehungen pro Zündung.

Da es sich bei beiden Motoren um Verbrenner handelt, gibt es viele Gemeinsamkeiten: Beide Motoren haben Kolben, Zylinder, Kurbelgehäuse und eine Kurbelwelle; und beide geben die erzeugte Kraft über die Kurbelwelle ab.

Die Unterschiede offenbaren sich aber schnell beim Blick auf die Funktionsweise – diese beleuchten wir später noch genauer.

Weitere wesentliche Unterschiede zwischen Zwei- und Viertaktmotoren sind zum Beispiel:

  • Ventile und bewegliche Komponenten – ein Zweitakter kommt mit weniger Teilen aus. Damit ist er weniger komplex und erfordert weniger Wartungsaufwand. Ein Viertakter hat einen kompletten Ventiltrieb aus Ein- und Auslassventilen, Kipphebeln, Stößeln und einer Nockenwelle. In einem Zweitakter gibt es diese Teile nicht.
  • Schmiersystem – Zweitaktmotoren verbrennen ein Gemisch aus Öl und Kraftstoff, das über den Vergaser in das Kurbelgehäuse gelangt, und werden damit geschmiert. Viertakter benötigen ein eigenes Schmiersystem mit einer Ölwanne und einer Ölpumpe, die das Öl im Motor verteilt.
  • Schwungscheibe – Ein Viertaktmotor hat eine schwerere Schwungscheibe, die den Schwung der Kurbelwelle zwischen den Arbeitstakten aufrechterhält.

Viertaktmotoren: Wie funktionieren sie?

In einem Viertaktmotor lassen sich die vier Takte klar voneinander abgrenzen.

  • Ansaugen – Zum Ansaugen fährt der Kolben im Zylinder nach unten, das Einlassventil öffnet sich und durch den Unterdruck wird ein definiertes Kraftstoff-Luft-Gemisch in den Zylinder eingesaugt.
  • Verdichten – Das Einlassventil schließt sich und der Kolben fährt im Zylinder nach oben; dabei wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch verdichtet.
  • Zündung – Vor Erreichen des oberen Totpunkts wird das verdichtete Kraftstoff-Luft-Gemisch durch die Zündkerze gezündet. Der Zündzeitpunkt wird so gewählt, dass der maximale Druck aus dem Verbrennungsprozess für die Abwärtsbewegung des Kolbens genutzt werden kann.
  • Ausstoßen – Nach dem Arbeitstakt fährt der Kolben im Zylinder wieder aufwärts, das Auslassventil öffnet sich und die heißen Abgase werden ausgestoßen.

Viertaktmotoren von Kawasaki sind für den professionellen Einsatz gebaut und auf maximale Leistung ausgelegt – mit überlegener Filtertechnik und langlebigen Komponenten.

Die wichtigsten Vorteile eines Viertaktmotors

  • Höheres Drehmoment – Viertaktmotoren erzeugen ein höheres Drehmoment bei niedrigerer Drehzahl.
  • Weniger Vibrationen, mehr Laufruhe – Ein Viertaktmotor erzeugt im Betrieb geringere Vibrationen.
  • Einfacheres Betanken – Anders als bei einem Zweitakter muss hier kein Gemisch hergestellt werden.

Zweitaktmotoren: Wie funktionieren sie?

Bei einem Zweitaktmotor entsteht der Verbrennungsprozess sowohl unter dem Kolben im Kurbelgehäuse als auch oberhalb des Kolbens im Brennraum.

Betrachten wir zunächst den Bereich unterhalb des Kolbens: Dort wird das richtige Verhältnis aus Luft und vorgemischtem Kraftstoff-Öl-Gemisch aus dem Vergaser über ein Einwegventil in das Kurbelgehäuse gesaugt. Wenn der Kolben nach oben läuft, vergrößert sich das Volumen darunter – dies ist der Ansaugvorgang. Mit der Abwärtsbewegung des Kolbens verringert sich das Volumen im Kurbelgehäuse, dadurch wird das Gemisch durch Überströmkanäle in den Brennraum, also den Bereich oberhalb des Kolbens gedrückt.

Oberhalb des Kolbens wird das durch die Überströmkanäle strömende Gemisch durch den sich aufwärts bewegenden Kolben zusammengedrückt – das Verdichten. Drehzahlabhängig, kurz bevor der Kolben den oberen Totpunkt erreicht, erzeugt die Zündkerze einen Funken – das ist die Zündung. Die darauf folgende Abwärtsbewegung des Kolbens gibt die Auslassöffnung frei und das verbrannte Gemisch strömt aus dem Brennraum hinaus – das Ausstoßen.

Bei den Zweitaktmotoren von Kawasaki haben wir den notwendigen Ölanteil auf ein Mischverhältnis von 1:50 reduziert, und mit unserem Schichtspülsystem ist das Gemisch sauberer und Ihr Motor läuft sparsamer bei gleicher Leistung.

Die wichtigsten Vorteile eines Zweitaktmotors

  • Ausgezeichnetes Leistungsgewicht – Mit kleineren Motoren wird eine hohe Leistung erzielt.
  • Weniger bewegliche Teile – Durch weniger bewegliche Bauteile halten sich die Ersatzteilkosten im Rahmen und der Motor ist insgesamt leichter.
  • Weniger Wartungsaufwand – Ein Zweitakter benötigt weniger Wartung: Es sind weder Öl- noch Filterwechsel erforderlich, und auch das Ventilspiel muss nicht geprüft werden.

Einsatzmöglichkeiten für beide Motortypen im GaLaBau

Auch wenn beide Motortypen unterschiedliche Stärken aufweisen, stellt sich nicht unbedingt die Frage, welcher Motor besser ist. Vielmehr geht es darum, welcher Motor sich besser für welche Einsatzbereiche eignet.

Handgeführte Geräte – Zweitakter

Zweitakter sind dank ihrem ausgezeichneten Leistungsgewicht das Mittel der Wahl für handgeführte Arbeitsgeräte wie Motorsensen und Mehrzweckwerkzeuge.

An langen Arbeitstagen kann das Gewicht, das Sie tragen müssen, Ihre körperliche Belastung deutlich erhöhen. Je weniger Gewicht, desto besser für Ihr Wohlbefinden – Zweitaktmotoren bieten genug Leistung, um dichtes Gestrüpp zu schneiden, ohne Sie unnötig zu belasten.

Rasenmäher – Viertakter

Dank ihres höheren Drehmoments eignen sich Viertakter besser für den Einsatz in Rasenmähern.

Hohes Gras und Steigungen erfordern mehr Drehmoment. Wenn Sie Ihren Mäher im harten Dauereinsatz nutzen – wie die meisten Profis –, sind Drehmoment und gleichmäßige Leistungsabgabe eines Viertakters entscheidend.

Viertaktmotoren von Kawasaki treiben eine große Bandbreite an Geräten zur Rasenpflege an, vom Aufsitzmäher bis zum ferngesteuerten Böschungsmäher. Mit ihrer zuverlässigen, gleichmäßigen Leistung wurden sie eigens für den GaLaBau entwickelt – und jede Motorbaureihe ist für ein anderes Anforderungsniveau ausgelegt.

Zweitaktmotor und Viertaktmotor im Schnellvergleich

Merkmal

Zweitakter

Viertakter

Verbrennungszyklus

zwei Takte (eine Kurbelwellenumdrehung)

vier Takte (zwei Kurbelwellenumdrehungen)

Leistungsabgabe

häufiger, bei jeder Kurbelwellenumdrehung erfolgt ein Arbeitsakt

seltener, bei jeder zweiten Kurbelwellenumdrehung erfolgt ein Arbeitsakt

Schmierung

Öl muss dem Kraftstoff beigemischt werden

eigenes Schmiersystem

Gewicht

geringes Gewicht (weniger bewegliche Bauteile)

höheres Gewicht (hat Ventile, Nockenwelle, Schwungscheibe usw.)

Drehmoment

geringeres Drehmoment

höheres Drehmoment

Wartung

minimaler Wartungsaufwand

höherer Wartungsbedarf

Bester Einsatzbereich

handgeführte Geräte (Motorsensen, Mehrzweckwerkzeuge, Heckenscheren)

Wenn Sie das Werkzeug den ganzen Tag über tragen müssen, dann ist ein Zweitakter die richtige Wahl: Er ist leicht, leistungsstark und sehr wartungsfreundlich.

Rasenmäher (handgeführt, Aufsitzmäher und Böschungsmäher)

Für besonders anspruchsvolle Arbeiten ist ein Viertakter die bessere Wahl. Durch das hohe Drehmoment kommt der Motor auch mit schwierigen Bedingungen und hohen Belastungen bestens zurecht.

Zuverlässige Leistung: Zwei- und Viertaktmotoren von Kawasaki

Ganz egal, ob Sie als GaLaBauer einen Zweitakter oder einen Viertakter nutzen, Sie müssen sich in jedem Fall darauf verlassen können, dass Ihr Motor dauerhaft hohe Leistung bringt.

Motoren von Kawasaki haben sich im GaLaBau über Jahrzehnte hinweg einen guten Ruf erworben. Zuverlässig, langlebig und hochwertig – die erste Wahl für Profis.

Lesen Sie hier, warum Sie sich für einen Kawasaki-Motor entscheiden sollten, oder schauen Sie sich noch heute Geräte Powered by Kawasaki an.

Häufige Fragen

Was ist besser, Zweitakter oder Viertakter?

Ob ein Zwei- oder Viertakter besser ist, hängt vom Einsatzprofil ab: Ein Viertaktmotor ist generell schwerer, was bei handgeführten Geräten zu einer höheren Belastung führen kann. Deshalb rüsten wir unsere handgeführten Maschinen ausschließlich mit Zweitaktmotoren aus – das höhere Drehmoment eines Viertakters wird aber beim Aufsitzmäher zum entscheidenden Faktor.

Welche Vorteile bietet ein Viertaktmotor gegenüber einem Zweitakter?

Ein Viertaktmotor kommt durch sein höheres Drehmoment bestens mit schwierigen Bedingungen und hoher Belastung zurecht. Zweitakter verfügen wiederum über ein besseres Leistungsgewicht und erfordern weniger Wartungsaufwand.

Was ist besser, ein Rasenmäher mit Zwei- oder Viertaktmotor?

Zwar gibt es durchaus Rasenmäher mit Zweitaktmotor, aber die überwiegende Mehrheit der gewerblich genutzten Rasenmäher ist mit Viertaktmotoren ausgerüstet. Diese Motoren sind sparsamer im Verbrauch, haben ein höheres Drehmoment und sind langlebiger. Alle Rasenmäher Powered by Kawasaki sind mit Viertaktmotoren ausgestattet.

Was ist besser, eine Motorsense mit Zwei- oder eine mit Viertaktmotor?

Alle Motorsensen Powered by Kawasaki verfügen über Zweitaktmotoren. Diese sind aufgrund ihrer hohen Leistungsabgabe und des günstigeren Leistungsgewichts generell für handgeführte Geräte die bessere Wahl. Motorsensen mit Viertaktmotor sind aufgrund der zusätzlichen Bauteile von vornherein komplexer und erfordern außerdem regelmäßige Ölwechsel. Ein Zweitakter hingegen wird durch das dem Kraftstoff beigemischte Öl automatisch geschmiert.

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